Pneumologie/Allergologie

Orale Nahrungsmittelprovokationen

Nach Vorstellung und Beratung in der allergologischen Ambulanz / Nahrungsmittelallergie-Sprechstunde können im stationären Setting orale Provokationstestungen (offen oder doppel-blind-placebokontrollierte Provokationen) durchgeführt werden.

Die Durchführung einer oralen Provoaktionstestung sollte dann erfolgen, wenn die Diagnose einer Nahrungsmittelallergie gesichert werden muss oder wenn überprüft werden soll, ob eine Nahrungsmittelallergie noch besteht.

Da nach einer Meidung des Nahrungsmittelallergens (Diät) der Körper bei Wiedereinführung des Nahrungsmittels mit heftigen Unverträglichkeitsreaktionen oder allergischen Symptomen reagieren kann, wird eine Provokation unter stationärer Überwachung empfohlen. Bei Kindern mit allergischen Sofortreaktionen erfolgt während des stationären Aufenthalts eine intensive Betreuung und ggf. Anleitung zur medikamentösen Notfalltherapie. Außerdem findet nach Abschluss der Diagnostik eine ausführliche Information zu Diätmaßnahmen unter Einbeziehung unseres Ernährungsteams statt.

Ablauf:

Titrierte Erdnussprovokation

Besteht ein spezifischer Verdacht gegen ein Nahrungsmittel, erfolgt eine Eliminationsdiät (d.h. gezieltes und vollständiges Weglassen eines oder mehrerer Nahrungsmittel, z.B. Milch, Ei). Diese Diät kann zu Hause begonnen werden. Im Anschluss erfolgen orale Provokationstests.

Nach Aufnahme in unserer Klinik und Bereitstellung von Notfallmedikamenten, erhält der Patient das Allergen (Kuhmilch, Erdnüsse, Weizen, Ei) in titrierten Stufen, d.h. die Mengen werden halbstündlich erhöht und oral verabreicht. Vitalparameter wie Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Pulswerte werden in dieser Zeit engmaschig überwacht.

Somit kann herausgefunden werden, ob eine Nahrungsmittelallergie besteht und ab welchen Mengen des Allergens eine allergische Reaktion auftritt.

Stationäre Aufenthaltsdauer: 2 Tage pro Allergentestung

Was ist eine doppelblind-placebokontrollierte Provokation

Diese Form der Provokation erfolgt bei Verdacht auf allergische Spätreaktionen, wie z.B. Verstärkung des atopischen Ekzems (Neurodermitis) durch Nahrungsmittelallergene oder zur Abklärung ungewöhnlicher Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Diese Provokation dauert 4 Tage, da zusätzlich eine Provokation mit Placebo eingefügt wird. Zur unbeeinflussten Beobachtung wissen Eltern, Patienten, sowie der behandelnde Arzt nicht, an welchem Tag das Kind Nahrung mit Allergen (Verum) bekommt und an welchem Tag ein Ersatzprodukt (Placebo) gegeben wird. Zwischen den Provokationstagen liegt je ein Beobachtungstag.

Zuständige Ansprechpartner:


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